Es scheint, als gäbe es da eine Art Seuche, die sich immer weiter ausbreitet, die offenbar hochansteckend ist. Offiziell hat sie keinen Namen. So nenne ich sie mal „Liturgie-Design“.
Besucht man die Heilige Messe, muss man entsetzt zur Kenntnis nehmen, was da mittlerweile an verschiedenen Orten alles im Angebot der liturgischen Heimwerker-Priester ist.

Liturgie-Heimwerker...
Bild: Karrenbrock/ pixelio
Im heutigen Artikel geht es um die Priesterkommunion, genauer: um deren Zeitpunkt innerhalb der Heiligen Messe. Immer öfter verfallen Priester im deutschen Sprachraum auf die Idee, selbst erst dann zu kommunizieren, wenn bereits alle anderen Gläubigen den Leib des Herrn empfangen haben.
Was die meisten Gläubigen natürlich nicht wissen: es gibt eine ganz klare Verordnung aus Rom, die genau dies verbietet!
Bereits 2003 hat Papst Johannes Paul II. in seiner Enzyklika „Ecclesia de Eucharistia“ einen eindringlichen Appell ausgesprochen, die verbindlichen liturgischen Normen treu zu befolgen.
Das eucharistische Opfer ist „Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“, erinnert bereits das Zweite Vatikanische Konzil.
Es geht also nicht um Randprobleme oder gestalterischen Kleinkram, wenn an der Feier der Eucharistie herumgebastelt wird. Die Art der Feier des Altarsakramentes ist wie ein Seismograph: ganz empfindlich wird hier angezeigt, wie weit der Kern unseres Glaubens schon von Erschütterungen erfasst wird, aus denen später ein Erdbeben entstehen kann.
In einer Instruktion „Das Sakrament der Erlösung“ bzw. „Redemptionis sacramentum“ zur erwähnten Enzyklika wird in acht Kapiteln detailliert erläutert, wie eine Heilige Messe gefeiert wird. Dabei werden keine neuen Vorschriften erlassen, sondern nur die bereits geltenden Richtlinien an einem einzigen Ort zusammengefasst. Manche dieser weltweit geltenden Klarstellungen zielen eher auf Missbräuche in anderen Teilen der Erde, viele aber auch auf die Kirche hier.
Immer wieder kommt dabei das Anliegen zum Ausdruck, die Eucharistie vor Übergriffen und Gedankenlosigkeiten zu schützen.
In diesem Zusammenhang wird über die Kommunion der Priester im 4. Kapitel unter Punkt 3 wörtlich ausgeführt:„
„97. Sooft der Priester die heilige Messe zelebriert, muß er am Altar zu dem vom Meßbuch festgesetzten Zeitpunkt kommunizieren, die Konzelebranten aber, bevor sie zur Kommunionausteilung gehen. Niemals darf der zelebrierende oder konzelebrierende Priester bis zum Ende der Kommunion des Volkes warten, bevor er selbst kommuniziert.“
(Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 55; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nrn. 158-160; 243-244; 246.)
Wenn die heimischen Liturgie-Bastler dies bewusst ignorieren, liefern sie den Gläubigen nicht nur ein schlechtes Beispiel, was das Einhalten von kirchlichen Regeln betrifft. Sie demonstrieren damit nicht nur, dass ihnen eigentlich schnurzegal ist, was allgemein gültig und beschlossen ist. Sie liefern nicht nur all denen Argumente, die ebenfalls machen, was sie wollen, z.B. unwürdig zur Kommunion gehen.
Nein, sie stoßen damit auch ihre Priesterkollegen und ihren Bischof vor den Kopf, denn in dessen Verantwortung liegt die Einhaltung der liturgischen Normen in seinem Bistum.
Wie soll er darauf reagieren?
Die meisten Bischöfe halten sich bedeckt. Ob bei ihnen überhaupt der Wille besteht, auf die Einhaltung von gültigen Regeln zu drängen, weiß ich nicht. Im außerkirchlichen Bereich hätte es mit Sicherheit jede Menge Abmahnungen für die Bastler gegeben. ...
Weiterlesen? Wegen der Länge steht der komplette Artikel nur in "MEIN PREDIGTGARTEN"
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