Haben Sie schon mal vom „Kochender-Frosch-Syndrom“ gehört? Wissenschaftler haben herausgefunden: Wirft man einen Frosch in kochendes Wasser, springt er sofort heraus, um sein Leben zu retten. Setzt man ihn dagegen in einen Topf mit kaltem Wasser und erhöht nur ganz langsam die Temperatur, bemerkt er die drohende Gefahr nicht, was ihn schließlich sein Leben kostet.

Kalkuliere es gut!
Bild: Thorben Wengert/ pixelio
Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass dies auch bei Menschen funktioniert, ist die Bankenkrise 2009. Niemand wollte die Bedrohung wahrhaben, bis es fast zu spät war. Einen bedrohlichen Prozess frühzeitig zu erkennen, ist auch für jeden persönlich wichtig, z.B. zur Früherkennung gefährlicher Erkrankungen.
Doch der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Da hängt bildlich gesprochen ein Schild über uns: „Bitte nicht stören!“ – Das war zur Zeit Jesu nicht anders. Traditionen wurde viel mehr Raum gegeben als heute. Der Familien-Clan hatte bei allen wichtigen Entscheidungen mitzureden. Wie wir wissen (Mk 3,21), wollte die Verwandtschaft Jesu ihn sogar mit Gewalt an seiner Mission hindern.
Nun geht uns auch ein Licht auf, warum Jesus im heutigen Evangelium (Lk 14,25-33) so harte Worte spricht. Jeder Christ muss sich entscheiden, welche Autoritäten er für sich gelten lässt.
Jesus mahnt: Ihr müsst das jeder einzeln für sich durchkalkulieren, wo ihr eure Prioritäten setzt und ob ihr das durchhalten könnt. Sonst ergeht es euch wie dem Bauherren, der nicht genug Geld hat, um sein Bauwerk fertigzustellen.
Man könnte fast glauben, dass Jesus seinen Zuhörern die Nachfolge ausreden wollte, wenn er z.B. erklärt, man müsse sein Kreuz auf sich nehmen und man müsse auf seinen ganzen Besitz verzichten. Das wirkt wie ein Keulenschlag. Das geht doch gar nicht, mag man sofort denken, wir können doch nicht alle zu Mönchen und Nonnen werden…
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